Eltern kennen das: Kommen sie an sommerlichen Tagen mit dem Kind an einer Slush-Maschine vorbei, ist die Frage «Krieg' ich eins?» vorprogrammiert.
Nein zu sagen fällt da schwer. Es kann aber eine gute Idee sein: Denn in vielen Slush-Eis-Getränken steckt ein Zusatzstoff, der unerwünschte gesundheitliche Auswirkungen haben kann - insbesondere bei Kindern. Darauf macht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufmerksam. Konkret geht es um Glycerin (E 422), das als Zusatzstoff dafür sorgt, dass die Masse nicht vollständig gefriert, wie die Stiftung Warentest erklärt.
Wann Glycerin zum Problem werden kann
Das Problem: Glycerin senkt - überschreitet die aufgenommene Menge die therapeutisch wirksame Dosis - den Hirndruck. Das kann unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit zur Folge haben.
Wie wahrscheinlich gesundheitliche Folgen durch das Essen von Slush-Eis sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn nicht jedes Slush-Eis enthält gleich viel Glycerin, auch Verzehrmenge und Körpergewicht spielen laut BfR eine Rolle.
Welche Erkenntnisse es aber gibt:
- Dem BfR zufolge bestehen gesundheitliche Bedenken, wenn man durch Slush-Eis mindestens 250 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht aufnimmt.
- Kinder erreichen diese Dosis mit einer geringeren Verzehrmenge als das bei Erwachsenen der Fall ist - schlichtweg, weil sie ein geringeres Körpergewicht haben.
- Die BfR hat Messwerte von Glycerin-Gehalten in 62 Slush-Eis-Getränken gesundheitlich bewertet. Für eine Berechnung nahm die Behörde an, dass ein Kind (5 Jahre alt, 20 Kilogramm Körpergewicht) Slush-Eis trinkt, das die mittlere gemessene Glycerin-Menge enthält. In diesem Fall reichen bereits knapp 200 Milliliter Slush-Eis aus, um die «therapeutisch wirksame Dosis» von 250 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht zu erreichen.
Nachfragen, verzichten, selbst eine Erfrischung zusammenrühren
Tückisch: Wie viel Glycerin ein Slush-Eis enthält, lässt sich nicht erkennen. Bislang müssen sich Hersteller nicht an Höchstmengen halten, wenn es um Glycerin in Slush-Eis geht.
Die Verbraucherzentrale Bayern rät Eltern, an Slush-Eis-Ständen aktiv nachzufragen, ob der Zusatzstoff darin enthalten ist. Um gesundheitliche Risiken vollständig auszuschließen, gibt es allerdings nur eine Strategie (die Kindern allerdings nicht gefallen dürfte): den Verzicht auf den bunten Schneematsch aus dem Becher.
Womöglich können Eltern ihren Nachwuchs eine selbstgemachte Alternative zur Erfrischung schmackhaft machen. Die Stiftung Warentest schlägt dafür eine sizilianische Granita vor. Dafür 200 Milliliter frisch gepressten Zitronensaft, 60 Gramm Zucker und 240 Milliliter Wasser sowie nach Belieben etwas Zitronenabrieb mischen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Diese Mischung wandert für drei bis vier Stunden ins Tiefkühlfach, sollte dabei allerdings alle 30 Minuten mit einer Gabel durchgerührt werden. So entsteht eine dickflüssige, mit Eiskristallen durchsetzte Masse, die Ähnlichkeit mit Slush-Eis hat. Übrigens: Auch aus Cola oder Limonade lässt sich auf diese Weise ein Slush-artiges Getränk zubereiten.
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